Wednesday, August 22, 2007

Dean's Nachlese

Seit heute gibt es wieder Strom und Internet, zumindest in Teilen von Kingston.
In den ländlichen Gebieten sieht es nicht so gut aus.

Aber jetzt mal der Reihe nach:

Am Samstag haben wir das office dicht gemacht, alles wichtige in Plastik verpackt.
Dann haben wir in meiner Wohnung weiter gemacht bis spät am Abend, denn ich wusste nicht ob es Sonntag in dr Früh schon voll stürmen würde oder nicht.

Schließlich war es Sonntag Vormittag noch ganz ruhig, kein Wind ein paar Regenschauer sonst nix. Kurz vor mittag wurde dann aber der Strom abgeschaltet und wir warteten. Die einzige wirkliche angst die mich die ganze Zeit beschäftigte: was tun wenn irdenwas das Fenster einschlägt. Für diesen Fall hatten wir Plastk vorbereitet, aber glücklicher weise ist nix passiert.

So sah der Garten vor meinem Balkon am Sonntag vomittag nach etwas Regen aus:



Und so am Montag morgen: die linke Sattelitenschüssel hat es nicht ganz überlebt,obwohl die nicht wie bei uns voll ausgefüllt sind sondern nur aus einem drahtgeflecht bestehen.




Im Großen und Ganzen sind wir in Kingston sehr glimpflich davon gekommen. Es begann am frühen nachmittag und erreichte zwischen 5 und sieben abends den Höhepunkt. Gegen 10 hab ich das erste mal die Balkontür wieder aufgemacht um ein bissal frischluft hereinzulassen. Hm das war eine kühle Brise, fein!!! Es gab schon sehr wilde Windböhen und immer wieder hat man gesehen wie der Regen waggrecht am Fenster vobeigepeitscht wurde.
Lange hat es nicht gedauert, dann ist das Wasser auch bis zu uns ins Appartment gedrungen, einmal durch die Fensterfugen und einmal die Haustür, vom Stiegenhaus in dem der Regen nur so plätscherte. So haben wir Barrikaden mit Handtüchern errichtet und sind hin und her gelaufen um diese auszuwringen.
Kemona und ich habens aber zwischezeitlich sehr gemütlich gehabt, Radio hören, Karten spielen... bei Kerzenschein, richtig romantisch.


Am Montag haben wir dann eine Tour gemacht bei der das Ausmaß der Zerstörung sichtbar geworden ist:






Am Land sind so viele Strommasten umgefallen, dass es teilweise Wochen dauern wird bis die Stromversorgung wieder aufrecht ist. In Kingston wird als erstes aufgeräumt, die Hauptstraßen werden frei gemacht. Auch wenn die Ampeln nicht funktionieren so muss Verkehr doch möglich sein. Auf der Straße zum Flughafen waren bis zu 2,7m Sand und Geröll abgelagert. Die Straße konnte erst am Dienstag wieder geöffnet werden.
Unsere Werkeln sind nach ersten Informationen in guter Verfassung und sind wo kein Strom beötigt wird sogar einsatzfähig. Das ist mal gut, aber die Arbeit ist noch nicht getan. So heißt es fleißig weitermachen.

hier hab ich ein paar videos über dean in Jamaika gefunden:
Ich muss sagen es war eine interessante Erfahrung, wenn man nicht weiß was einen erwartet, dann ist es schwierig sich darauf einzustellen, aber im Endeffekt ist es doch einfach bewältigbar, insbesondere wenn man ein Betondach über dem Kopf hat. Denn das hat noch kein Huricane weggerissen. Kleinere Unannhemlichkeiten wie kein warmes Essen, da nur ein Stromherd vorhanden ist, sind wegzustecken.
Anders sieht es aus wenn man in einem mit Wellblech gedeckten Haus wohnt, oder gar direkt an der Küste, da muss man sich schon um sein hab und gut sorgen.
So liebe Leute
soweit mal mein Statusbericht
windige Grüße
Klaus / kappe

Tuesday, August 21, 2007

der 2. Tag danach

wir haben es überstanden.

Bei mir ist noch alles ganz, an der Küste schaut es nicht gut aus.

Bäume und Masten hat der Strum ausgerissen, Dächer abgedeckt...

Es gibt noch immer keinen Strom, aber Bussines läuft seit heute sonst wieder as usual.

Mehr berichte kommen später, muss Batterie sparen.

LG Klaus

Sunday, August 19, 2007

11.00 Uhr

So jetzt samma fertig, alles is dicht gemacht, Suaerkraut ist auch gekocht für die nächsten Tage, und oh Freude sogar Strom ist noch da.

Bisher haben sich nur ein paar Windböhen gezeigt, aber das Auge ist noch 210 km von kingston entfernt. Geschätzte ankunft in 7 Stunden.

mal schaun was sich tun wird, bisher ist noch keine Action aber sie kommt bestimmt. Jetzt ist es wieder still, die Ruhe vor dem Sturm. Allerdings haben die Fliegen auch überrissen, dass da was passieren wird, die flüchten von draußen in die Wohnung. Die wissen wohl dass es da draußen für sie kein Überleben geben wird.

übrigens: die Medien berichten über Evakuierungen, Notstand, Ausgangssperren ...

Evakuierungen betreffen hauptsächlich die Menschen an der Küste und in Gebieten die von Überflutung betroffen sind. Wo ich wohne sind diese Gefahren nicht gegeben.
Ausgangssperren sind teilweise in Downtown ausgesprochen um Gangs davon abzuhalten die Umstände auszunutzen und Geschäfte zu plündern. Hat alles seinen Sinn.
Wir haben am compound sogar Security die Rund um die Uhr hier sind, also keine Sorge !!!

so long
windige Grüße kappe

Prost, das erste Kingston Bier ist fällig!!! :-)

Hurricane Dean

so jetzt läuft der countdown, noch ca. 8 1/2 stunden bis er nahe bei Kingston, hoffentlich vorbei ziehen wird. Wir werden auf Jeden Fall ein ordentliches Lüfterl abbekommen.

folge dem Hurricane auf:
http://www.nhc.noaa.gov/

Im Moment regnets immer wieder aber noch geht kaum Wind. Unser Heim ist gut abgesichert, also keine Gefahr.
Die Spannung ist groß, denn ich bin gespannt wie sich so ein Hurricane anfühlt. Ein Kollege hat gesagt, bei Winden von 240 km/h drückts wasser bei allen Ritzen herein (Fenster, Türen, Lüftungen,...)

So jetzt muss ich aber noch schnell vorkochen gehen, mei ofen is leider elektrisch und ab 10 Uhr wurde angekündigt wird der Strom abgeschaltet. Dann setz ma uns hin, trinken a paar bier und Rum und schaun was passiert.
Strom und Communication, kann für einige Tage ausfallen, bis dann

ich melde mich
lg Kappe

Thursday, August 16, 2007

Chief Engineer :-)

So, seit Ende Juni bin ich nun hier als Designate Chief Resident Engineer,

bisher hatte ich aber noch keine Zeit meinen Titel bei der Email adresse und auf Briefköpfen zu ändern. Network Manager klingt ja aauch gut.

Hier gleich mal das beste am neuen Job:



nicht das i unheimlich stolz drauf wär so a auto zu fahren, aber der Nissan Pathfinder is a Wahnsinn-Auto. Mit dem läßt sich cruisen!!! Am Anfang bin i ma a bissal verloren vorgekommen; der kleine Kappe in so am großen Auto, aber man kann sich ja an manches gewöhnen :-)


Naja, die restlichen Umstände der neuen Position erspar ich euch vorläufig mal.



Aber zumindest manchmal kann man doch ein Wochenende richtig ausspannen:
Und wo gehts das besser als am Strand in Portland !?

Mit Begleitung kann dann schon gar nix mehr schief gehen :-)


Aber es gibt schon auch noch Ernst im Leben. Momentan ist das Leben hier besonders vom Wahlkampf geprägt. Orange, die Farbe der regierenden Partei, und Grün der Oppositionspartei beherrschen abwechselnd das Straßenbild, sei es durch T-shirts, Fahnen, Plakate...
Mich ärgerts wenn die Kundgebungen dann Straßen blockieren und man daher wieder eine halbe Stunde im Stau steht.

Aber daneben konzentriert sich die öffentlichkeit seit gestern auch auf DEAN, der erste nennenswerte Hurricane dieser Saison in der Karibik. Wir hatten das letztes Jahr aber auch alles erwartete den großen Sturm... und... nix war er zog ab nach Haiti.
Und übrigens auch letztes mal war es ein Wochenende and dem der Sturm kommen sollte.
So jetzt muss ich aber mal die Fenster vernageln gehn - na nur ein Schmäh.
Ein bissaql Vorbereitung aber notwendig, den im schlimmsten Fall kann es passieren, dass es für ein paar Tage die Strom- und Wasserversorgung unterbrochen ist.
Definitly no reason to panic.
Ich bin mal gespannt, aber wahrscheinlich wird eh nix passieren.

wer Dean verfolgen möchte, dem sei dieser Link empfohlen: http://www.nhc.noaa.gov/

bis demnächst
Kappe / Klaus